„Das sind ja „echte“ SchülerInnen!“
Besuch zweier Spanischklassen an der Universität zu Köln oder:
¡También sabemos hablar inglés! (Wir können auch Englisch sprechen!)
1.7.09
Am letzten Schultag dieses Schuljahres (1. Juli 2009), nach der Zeugnisvergabe, machten sich 27 hochmotivierte und aufopferungsbereite Schülerinnen und Schüler der Spanischklassen 8 und 9 mit Ihrer Spanischlehrerin (mir mir, Andrea Berg) auf den Weg Richtung Universität zu Köln.
Zugegebenermaßen war dieser Weg zunächst etwas steinig und lang, denn es war a) heiß, b) waren die Busse natürlich ziemlich voll (Ich war das Schulbusfahren auch nicht mehr wirklich gewohnt J), c) mussten wir S-Bahn und U-Bahn nehmen, um an unser Ziel zu kommen - wie noch ein ganzes Stück zu Fuß zurücklegen, um das Philosophikum (Schwerpunkt Geisteswissenschaften und Sprachen), eine der sechs Fakultäten der Uni Köln, zu erreichen. Ein gewisser Zeitdruck plagte uns außerdem, denn wir hatten eine Mission: 12 Uhr / Philosophikum / Raum S 67 / Oberseminar Pädagogik und Erziehungswissenschaftliche Begleitstudien / für Lehrämtler der Gymnasien und Gesamtschulen / geleitet von Professor Dr. Dr. G. Mertens / Titel: TZI (Themenzentrierte Interaktion) nach Ruth Cohn
Ist das schon kompliziert? Ja.
Was aber noch komplizierter war, aber erfreulicherweise wunderbar geklappt hat, war der Umbau eines Seminarraums für rund 100 Studierende in ein authentisches Klassenzimmer einer 7. Englischklasse. Nebenbei war auch hier die Zeit unser größter Gegner (wir hatten ca. 15 Minuten).
Aber es hat unter tatkräftiger Mithilfe meiner Schülerinnen und Schüler alles „wie am Schnürchen“ geklappt. Hätte man mir das vorher gesagt, hätte ich die Nächte vor meiner ersten Schulexkursion „auf der anderen Seite“ (also als Lehrkraft) wenigstens etwas geschlafen.
Dabei waren: Ella Sorg 8.1, Laura Söntgen 8.1, Magdalena Oppermann 8.1, Michelle Marx 8.4, Felix Hüning 8.7, Anna Schmidt 8.7, Frauke Domgörgen 8.7, Eileen Wegner 8.7, Niklas Groten 8.7, Rafael Pooch 8.7, Hannah Strunk 8.7, Nils Kaufmann 8.8, Sophia Mendo 8.8, Julia Milz 8.8, Sophie Neuen 8.8, Anna Avakian 9.3, Richard Furio 9.3, Felix Schmidt 9.3, Markus Otten 9.3, Simon Buchowski 9.3, Julia Görtz 9.9, Mark Reinsbach 9.9, Frank Olscher 9.9, Maria Schultes 9.9, Marie Heinen 9.9, Stephanie Altmeier 9.9 und Anna Wexel 9.9 .
Und so haben wir den aus dem Staunen nicht mehr rauskommenden Studenten mal praktisch in 45 Minuten gezeigt, wie eine gute Englischstunde nach TZI – Methoden (wer das gern genauer erklärt hätte, fragt bitte einfach bei den Teilnehmern/Teilnehmerinnen nach, wir wollen hier aber keinen damit absichtlich langweilen) aussehen könnte. „Echte SchülerInnen“ hatten nämlich noch nicht wirklich alle studentischen TeilnehmerInnen dieses Seminars so nah in ihrer Universität zu Gesicht bekommen. Das Thema unserer simulierten Unterrichtsstunde war übrigens „Stationenlernen zum Thema: ALL ABOUT LONDON- let´s prepare our next classtrip“.
Natürlich waren alle von unserem Auftritt begeistert J. Natürlich hat auch keiner gemerkt, dass wir die Unterrichtsstunde schon vorher mal (oder auch mehrmals um ehrlich zu sein) durchgesprochen J und geprobt hatten - so professionell und authentisch waren die Schülerinnen und Schüler. Sie kennen sich in diesem Bereich ja auch bestens aus J. Nach unserem von Prof. und Seminarkurs gefeierten Auftritt konnte man sich noch ein bisschen Theorie zum Thema von Professor und KommilitonenInnen anhören und mich wunderte es gar nicht, dass sich einige meiner Schülerinnen und Schüler in die Diskussion eingeschaltet hatten und somit gleich selbst zu Seminarteilnehmern wurden. Der Professor attestierte allen sogleich, er wäre sicher, man würde sich bald an der Uni wieder begegnen.
Nach so viel Arbeit und Anstrengung, obwohl man doch eigentlich schon Ferien hatte, gingen wir zum gemütlichen Teil der Exkursion über: Zur Belohnung für eine perfekte Unterrichtssimulation gab es erstmal eine (eher zwei bis dreiJ) Runden Pizza für alle.
Ich war nebenbei so begeistert von dem Einsatz meiner Klasse, dass ich überschwänglich das Eissortiment des ortsansässigen Unikiosks plünderte, so dass dieser an diesem heißen Tag seinen ganzen Wassereisvorrat an uns hatte abgeben müssen. Pech für die Studenten!
Im Anschluss haben wir uns das Universitätsgelände etwas genauer angeschaut und verschiedene Führungen (zum Beispiel durch die große Universitäts- und Stadtbibliothek oder durch das Hauptgebäude mit seinen riesigen Hörsälen) gemacht. Viele Schülerinnen und Schüler haben schon zielstrebig Fragen zu bestimmten Studiengängen und Fakultäten gestellt, so dass sich die Uni Köln auf seine zukünftigen Studierenden vom Gymnasium Kerpen nur freuen kann.
Ich möchte mich auf diesem Wege noch einmal wirklich herzlich bei allen Schülerinnen und Schülern, die mit dabei waren, für ihre super Leistung, ihren Einsatz und ihre Mühe bedanken.
Einige Fotos gibt es auch zu sehen.
Andrea Berg
P.S.: Natürlich stellt sich noch eine Frage: Wieso haben wir unsere simulierte Unterrichtsstunde als Spanischklasse nicht auch auf Spanisch durchgeführt? Das wäre uns natürlich lieber gewesen, aber leider hätten dann die meisten Studierenden dieses Seminars nichts von dem, was wir gesagt haben, verstanden, denn leider hatten nur wenige Studenten und Studentinnen die Möglichkeit, während ihrer Schulzeit an ihren weiterführenden Schulen Spanisch zu lernen. Da wundert es nun keinen mehr, dass das gesamte Seminar vom großen Sprachenangebot unserer Schule schlichtweg begeistert war!