Tanz der Vampire
Die Premiere
22.9.06
Die Fotos der anderen Besetzung
Früher war alles besser, sagen die Alten... Zum Beispiel konnte man die bösen Menschen an ihren Zähnen erkennen - die Vampire etwa. Heute gibt es Zahnspangen und auch die Vampire sind nicht mehr das, was sie waren: Graf von Krolock, Chef der transsilvanischen Vampire, hat zwar eindrucksvolle Hauer im Gebiss, aber Professor Abronsius und sein Gefährte Alfred erkennen: Der Mann hat auch Gefühle! Tatsächlich leidet Graf Krolock darunter, dass alles, was er anfasst, irgendwie kaputt geht. Dass er die junge und schöne Sarah, in die er unsterblich verliebt ist (kein Wunder bei einem Unsterblichen...), mit seinen Beißerchen aussaugt und sie damit zum Vampir macht, verschafft ihm allerdings einen erheblichen Standortvorteil gegenüber Alfred, der auch in Sarah verliebt ist.

Fabian Böhle als Graf von Krolock
Einige der tief verwurzelten Vorurteile gegenüber Vampiren werden in dieser wundervollen Musicalproduktion gnadenlos zerstört: Dass z.B. eine Bibel im Kampf gegen die Nachtwesen hilft... tja, Pech gehabt, wenn man auf einen jüdischen Vampir trifft! Und dass männliche Vampire auf Frauen scharf sind ... nicht so Herbert, Graf Krolocks Sohn, gespielt von Guido Kosanke, der einen knackigen Männerhintern auch nicht verschmäht.
Die neue Musicalproduktion von Barbara Franck und ihrer AG hatte ein Luxusproblem: Zu viele gute Sängerinnen und Sänger boten sich an! Deshalb gibt es in den vier geplanten Vorstellungen zwei Besetzungen: die eine Besetzung und die andere. Nicht zu verwechseln mit A- oder B-Besetzung, denn qualitativ sind alle gleichwertig. So erlebte man in der Premiere mit Fabian Böhle einen charismatischen, zynischen Macho-Krolock, der mit seiner unglaublichen Bühnenpräsenz wahrscheinlich nicht nur die schöne Sarah verzauberte. Die wiederum, eindrucksvoll gespielt von Danjana Robels, verdrehte den Männern reihenweise die Köpfe, bis sie schließlich auch dem armen Alfred gehörigen Blutverlust beibringt. Professor Abronsius wurde von Miguel Schlang gespielt, der ja vor kurzem noch als Asterix brillierte. Ein bisschen Asterix steckte auch in seinem cleveren und verschmitzten Professor, der mit solch atemberaubender Geschwindigkeit die abendländischen Autoren von Aristoteles bis Kant heraussprudeln konnte, dass er dafür Sonderapplaus erhielt. Ovationen bekam auch Marco Maciejewski für seine unglaublichen gesanglichen und darstellerischen Künste; bei seinem Liebeslied für Sarah wurde so manche Träne im Publikum verdrückt - gut, dass es so dunkel war!

Marco Maciejewski und Marina Schmitz, zwei der Musicalstars
Herausragend auch die tänzerischen Leistungen des Ensembles: So ausgefeilte und perfekte Choreografien hat diese Schule noch nicht gesehen! Hervorstechend dabei die Solodarbietungen von Laura Hatko und Anja Kemmerling.

Laura Hatko und Anja Kemmerling, sie gehören zum fabelhaften Tanzensemble
Christopher Healey als Kneipenwirt Chagal (in der anderen Besetzung spielt er den Grafen Krolock), Jessica Nothhelfer als seine giftige Frau Rebecca, Marina Schmitz als Magda (für mich die gesangliche Entdeckung dieser Premiere!) sind weitere Stars dieser Produktion.
Alle anderen haben mit starken Leistungen zum großen Erfolg beigetragen: Michaela Berg, Markus Binsfeld, Jonathan Dammers, Sarah de Vries, Sebastian de Fries, Janine Gregorzewski, Barbara Harn, Marilene Hegner, Julia Henn, Karsten Hungenberg, Christina Karkowski, Sarah Kleinen, Fabian Kehl, Andy Kohlen, John Kramer, Eva Krudewig (in der anderen Besetzung die Sarah), Jennifer Michels, Oliver Morschel (in der anderen Besetzung als Herbert zu sehen), Layla Müller, Marcel Ochel, Eric Rauen, Thomas Ravenstein, Leo Rolff, Christian Schlupp, Joshua Vithyathil (in der anderen Bestezung spielt er den Chagal), Sarah Wichmann (in der anderen Besetzung die Rebecca) und Britta Wirtz.
Ein besonderer Dank geht an Werner Philippi und die Technik-Leute, ohne deren unglaublichen Einsatz sich auf der Bühne überhaupt nichts abspielen würde.
Der allergrößte Dank geht an Barbara Franck. Mit Mitte 20 solch eine riesige Produktion zusammen zu halten, zu organisieren, bei allen Widrigkeiten die Nerven zu behalten und vor allem ein solches Reservoir an künstlerischen Ideen einzubringen - das soll ihr mal jemand nachmachen! Bescheiden, wie sie ist, kam sie nach der Premieren-Vorstellung nicht auf die Bühne: Wahrscheinlich hätte sie die Ovationen gar nicht ausgehalten!
B.W.