"Bunte Fantasiewelt mit lauter Vögeln"

Aufführung von "Die Vögel" von Aristophanes

Das Licht in der Aula des Gymnasiums Kerpen ist gedämpft, Trommelwirbel im Hintergrund. Die Bühne: Eine Fantasiewelt aus bunten Ästen mit einer Empore, auf der die Götter richten. "Die Vögel" heißt das Stück aus der griechischen Mythologie von Aristophanes, das Schüler der Stufen 5 - 11 vor etwa 200 Zuschauern aufführten. Die Götter haben ihren Platz eingenommen. Die Trommeln werden ruhiger, und 18 Vögel schwirren um die Äste. "Kria, Kria", krächzen die Papageien, "Uhu" gurrt eine Eule. Mit langen bunten Bändern und fantasievoll geschminkten Häuptern tanzen die Schüler als Federvieh über die Bühne. Sie sind im Vogelparadies. Alles hat seine Ordnung. Nur der Mensch ist ihr Feind, der sie rupfen, braten, einsperren und verzehren will.




Und trotz aller schlechten Erfahrung glaubt das Federvolk den beiden Athenerinnen Pistertheira (Yasmina Banaszczuk) und Euelpida (Alexandra Cristea). Listig reißen die Mädchen die Macht von Wolkenkuckucksheim, der Land der Vögel, an sich. Die Tiere gehorchen. Den Göttern zum Trotz. Regisseur Joseph Hoffmann (Theater am Bauturm) erarbeitete mit den Schülern das Stück aus dem Jahre 414 vor Christus. Der Text wurde um fast die Hälfte gekürzt "um die Spannung zu halten" und auch sprachlich verändert. "Die Kinder sollen keinen Text sprechen, den sie nicht verstehen", sagte Hoffmann. Außerdem gab es noch ein Problem zu lösen: Im Original sind für die meisten Textpassagen nämlich männliche Rollen vorgesehen. Unter den 23 Schauspielern der AG befanden sich aber nur zwei Jungs. Die Regie improvisierte. Und beim Umschreiben des Stückes half Markus Mölter (17), im Stück spielte er überzeugend den Auerhahn.




"Es war nicht einfach, die Schüler unter einen Hut zu bekommen", sagte der Regisseur. Ein Jahr lang hatten sie an dem Stück gefeilt. In der letzten Woche kamen alle Gruppen des Ensembles zum ersten Mal zusammen, darunter auch die beiden Musikkapellen (Schlagzeuger und Streicher).
Für die Aufführung der mehr als 40 Kinder gab es reichlich Beifall. Und ein gutes Ende: Die Athenerinnen wurden wieder auf die Erde vertrieben und mussten dort als Vogelscheuchen dienen.

(KStA vom 4.7.2001 - alle Fotos von B. Woidtke)



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