Exkursion nach Burg Vogelsang
Juni 08
Die Exkursion am Montag, den 16. Juni 08 nach Vogelsang war für die beiden Geschichtsleistungskurse der Jahrgangsstufe 12 eine interessante Bereicherung und Erfahrung über die ideologische Verführung der deutschen Jugend durch die Nationalsozialisten. Die aufschlussreiche Führung durch die ehemalige „NS-Ordensburg“ vermittelte uns Schülern einen Einblick in das Leben der damals herangezogenen Jugend. Dabei waren Ordensburgen keine "Zuchtstätten" einer “germanischen Herrenrasse“ und auch nicht eine Niederlassung des berüchtigten "Lebensborn", sondern Ausbildungsanstalten für künftige Führungskräfte der NSDAP.
Die Geschichts-LKs auf Burg Vogelsang; klick auf das Bild, dann wird es groß!
Die Auslese und Heranbildung der nationalsozialistischen "Führeranwärter" war jedoch derart elitär und auf die Verwaltung der Diktatur ausgerichtet, dass sie selbst in der Zeit des sogenannten Dritten Reiches sagenumwoben blieb.
Unter der Leitung des „Reichsorganisationsleiters“ der NSDAP, Robert Ley, entstanden im Dritten Reich drei Ordensburgen. In Crössinsee wurden die Anwärter charakterlich ausgebildet. Sonthofen bildete sie in Verwaltung sowie in politischen und diplomatischen Militäraufgaben aus.
Da die Ordensburg Vogelsang nur von 1936 bis 1939 "Junker" ausbildete, können die potentiellen Auswirkungen der "härtesten Schule der Welt" nur erahnt werden. Es läßt sich jedoch feststellen, dass die Ausrichtung der "Führeranwärter" bzw. "Ordensjunker" auf den drei Burgen Crössinsee, Sonsthofen und Vogelsang sicher ein wichtiger Beitrag gewesen wäre, um die von der NSDAP auf lange Sicht entworfenen Pläne einer deutschen Diktatur in Europa zu verwirklichen.
Neben ideologisch gefärbten Kultplätzen wie dem „Sonnenwendplatz“ wurden Sporteinrichtungen installiert, die sämtliche Sportarten ermöglichten. Boxen und Schwimmen standen im Vordergrund um den, von den Nazis geforderten, allgegenwärtigen Konkurrenzkampf zu ermöglichen. Der 65m hohe Wasserturm, in der einst die SS-Ehrenwache der Ordensburg diente, ist das Erkennungszeichen der Ordensburg.
Yorck Schröder
Unsere Geschichtsexkursion zum Schuljahresende hat sich auf jeden Fall gelohnt und wir können einen Besuch der Burg Vogelsang als außerschulischen Lernort allen Kursen und Klassen, die sich mit der schlimmen und für uns heute immer noch so bedeutsamen Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen, nur weiterempfehlen !
Claudia Schümmer