Fragt uns, wir sind die letzten…..
Zeitzeugen gegen das Vergessen

Juni 2007


Geschichte einmal ganz anders!


Nicht ein endloses Faktensammeln oder trockenes Quellenstudium war angesagt, sondern Begegnung mit Zeitzeugen, mit Menschen, die die Schrecken der nationalsozialistischen Konzentrationslager erlebt und überlebt haben. Diese Gelegenheit zu einer anderen Begegnung mit Geschichte hatten am 31. Mai zwei 10. Klassen und zwei Geschichtskurse der Oberstufe. Vier Zeitzeugen aus Polen waren zu Gast im Gymnasium Kerpen und berichteten über ihre Erlebnisse: Jerzy Jasinski, Ignacy Krasnokucki, Stanislaw Leszczynski und Zbigniew Mikolajczak.

 
Die polnischen Gäste schilderten einen Teil ihrer Erlebnisse im Polen unter deutscher Besatzung und in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten. Dabei wurde den Schülerinnen und Schülern sehr schnell bewusst, dass diese Zeitzeugen die furchtbaren Lebensumstände und Gräueltaten in den Gefängnissen und Konzentrationlagern in einem Alter ertragen mussten, in dem sie selbst sind: 16 – 19 Jahre.

Konzentriert und interessiert haben die Schülerinnen und Schüler den Schilderungen der Überlebenden des Holocaust zugehört. Wenn auch nach den Berichten über brutale Misshandlungen und entsetzliche Ereignisse eine gewisse Beklommenheit vorherrschte, so haben die die Kurse und Klassen anschließend doch die Gelegenheit genutzt, zu fragen, zu fragen, zu fragen…. denn diese Zeitzeugen – alle über 80 Jahre alt – sind die letzten, die man noch befragen kann. Die Schülerinnen und Schüler haben diese Chance intensiv genutzt.

Unsere polnischen Gäste haben sich gerne diesen Fragen gestellt, auch wenn sie immer wieder schreckliche Erinnerungen hervorriefen. Sie sehen ihre Aufgabe darin, ihre Erfahrungen an die Nachwelt weiterzugeben, damit diese Verbrechen nicht vergessen werden und sich Vergleichbares nicht wiederholt.

Herr Jasinski, Herr Krasnokucki, Herr Leszczynski und Herr Mikolajczak zeigten sich nach den Gesprächen von der Aufmerksamkeit und dem Interesse der Schülerinnen und Schüler beeindruckt. Sie machten aber auch deutlich, dass sie ihre schrecklichsten Erlebnisse nicht erzählt hätten, denn diese seien jungen Menschen nicht zuzumuten.

Klaus Klein