Zwangsarbeit
Gezwungenermaßen in der Region Rhein-Erft-Rur
März 2006
Am 8.März 2006 wurde in unserer Schule eine Ausstellung zum Thema „Zwangsarbeit im 3. Reich“ eröffnet. Diese Ausstellung, die von der „Arbeitsgemeinschaft der Archivarinnen und Archivare im Erftkreis“ erstellt worden ist, behandelt ein Thema, das von der historischen Forschung lange Zeit vernachlässigt und auch aus dem Bewusstsein vieler Deutscher verdrängt worden ist.
Dies ist bemerkenswert, da es sich nicht um ein Minderheitenthema handelt, sondern um das bewegende Schicksal von ca. 14 Millionen Menschen. 14 Millionen aus ihrer Heimat Verschleppte und Entrechtete, die seit 1939 vor allem in der Industrie und Landwirtschaft eingesetzt wurden, um die deutsche Kriegswirtschaft leistungsfähig zu halten. Ohne Zwangsarbeit wäre das verbrecherische NS-System nicht denkbar gewesen.

Das Besondere dieser Ausstellung ist aber vor allem ihr lokaler Bezug. Das Problem der Zwangsarbeit wird nicht allgemein für das gesamte ehemalige deutsche Reich dargestellt, sondern ganz konkret und begrenzt am Beispiel des Erftkreises behandelt. Die Ausstellung zeigt, dass aus ihrer Heimat Verschleppte im Erftkreis zur Arbeit eingesetzt wurden – direkt vor unserer Haustür, bei unseren Bauern, in unseren Industriebetrieben.
Die thematisch gegliederte Ausstellung zeigt und erläutert Schwerpunkte: die Arbeitskraft als Kriegsbeute, den Arbeitseinsatz in Industrie und Landwirtschaft, die Lebensumstände in den Lagern, die Überwachung und Bestrafung der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie die Situation in der Nachkriegszeit.
Zur Ausstellung ist eine begleitende, gleichnamige Publikation erschienen, die zum Preis von 5,00 € im Gymnasium und im Buchhandel erhältlich ist (197 S., Paperback, zahlreiche Abb.; ISBN 3-00- 009441-5). Sie enthält mehrere das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtende Beiträge wie z.B. zur Kerpener Landwirtschaft, zur Wesselinger Industrie, zur Rheinischen Braunkohleindustrie, zur Kölner Gestapo sowie Erinnerungsberichte aus Hürth und Zeitzeugenaussagen aus Düren. Außerdem wird ein Inventar der in den Archiven überlieferten Quellen sowie ein Katalog zur Ausstellung veröffentlicht.
Nähere Informationen und Vereinbarungen für Führungen durch die Stadtarchivarin Frau Harke-Schmidt: 02237/922170
Ausstellungsdauer: 8.3. – 7.4.2006
Montag – Freitag jeweils von 9.00 -16.00 Uhr